2014 Religionsprojekte OS

Neue Nähe zwischen Kirchgemeinde und Schulheim Langhalde      
Vier Religionsprojekte lassen eine neue Nähe zwischen Kirchgemeinde und Langhalde entstehen. Auch wenn das Schulheim etwas ausserhalb des Dorfes liegt, die Schülerinnen und Schüler sollen in die Kirchgemeinde eingebunden sein. Gemeinsame Erfahrungen, die prägen und verbinden.

Auf einer schönen Aussichtsterrasse am Südrand von Abtwil liegt das evangeli­sche Schulheim Langhalde. Etwa dreis­sig Kinder und Jugendliche wohnen, leben und lernen in dieser Schule. Mit Aktionen wie dem Tag der offenen Tür und der berühmten «Langhalde-Weih­nacht» macht das Schulheim auch im Ort von sich reden. Seit Sommer 2013 intensivierte sich die Zusammenarbeit zwischen der Langhalde und unserer Kirchgemeinde. Gemeinsam mit den beiden Lehrpersonen, Peter Bodmer und Marianne Federer, wurden für neun Schüler und eine Schülerin der achten und neunten Klasse vier Religionspro­jekt-Vormittage gestaltet. Begonnen haben wir im September mit einem Vormittag zum Thema Was­ser. Passend dazu genossen die Ju­gendlichen ein Bad im hauseigenen Schwimmbad der Langhalde. Es folgten Experimente und Versuche mit Wasser, biblische Erzählungen zur Sintflut und zu Noahs Arche und Erläuterungen zur Bedeutung der Taufe. Dass der Zugang zu sauberem Wasser nicht überall selbstverständlich ist, wur­de uns beim Anschauen eines Films über die Situation in Afrika bewusst. Für einen Eimer Wasser sind die Menschen dort tagtäglich stundenlang unterwegs. Einen schönen Nachklang erhielt unser Projekt, indem Schülerinnen und Schüler auf Weihnachtsgeschenke verzichteten und stattdessen Geld für einen Tiefbrun­nen in Afrika sammelten.

Im November 2012 und im Februar 2013 stand das Thema «Dialog mit anderen Religionen» im Zentrum. Eindrücklich in Erinnerung bleiben die Besuche in der jüdischen Synagoge in St.Gallen und in der Moschee der Islamischen Gemeinde in Winkeln. In der Synagoge wurde für uns der Thora-Schrank geöffnet und uns ein Blick hinein gewährt. Dabei erfuhren wir, wie wichtig für Jüdinnen und Juden das Wort Gottes heute noch ist. Auch in der Moschee wurden wir gastfreundlich empfangen, durften das ganze Haus be­sichtigen und bekamen auf all unsere Fragen eine Antwort. Eindrucksvoll war auch, dass der Imam nicht nur die be­sonderen Gebetshaltungen erwähnte, sondern sie gleich mit uns ausprobierte. Deutlich zum Ausdruck kam für alle, dass Begegnungen und Gespräche der beste Schutz gegen Vorurteile sind. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass wir beide Exkur­sionen jeweils mit einem orientalischen Mittagessen abschlossen.

Auftakt des Jahres bildete der Dreikö­nigstag. Nach einer kurzen Besinnung am Morgen, diskutierten wir, ausgehend von einem modernen Jesusfilm, mit den Schülerinnen und Schülern die Frage: Was mag es wohl bedeuten, dass sich die Geburt Jesus von Nazareth sogar im Universum widerspiegelt haben soll? Die Sterndeuter, die eine weite Reise auf sich nahmen, stehen stellvertretend für Men­schen aus allen Völkern, die sich durch das Licht, das von Jesus ausgeht, ange­zogen fühlen. In der zweiten Hälfte des Vormittags gestalteten wir Dreikönigsbil­der auf Leinwand, verbunden mit guten Wünschen für das neue Jahr. Bis kurz vor Ostern sind die Werke noch im Kirchge­meindehaus Abtwil zu sehen. Auf ihre Weise dokumentieren sie die neu ent­standene Nähe zwischen Kirchgemein­de und dem Schulheim Langhalde.
Pfarrer Martin Heimbucher